Asiatische Hornisse (Vespa velutina)

Informationen & Hilfe bei Sichtungen

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus und wurde erstmals 2014 nachgewiesen. Sie stammt ursprünglich aus Südostasien und gilt nach EU-Recht als invasive Art, da sie heimische Insekten – besonders Honigbienen – stark belastet. Für Menschen ist sie nicht gefährlicher als die heimische Hornisse, aber ihre Lebensweise kann Imkereien erheblich beeinträchtigen.

Wie erkennt man die Asiatische Hornisse?

Typische Merkmale:

Gelbe Beinenden („gelbe Füße“) – das sicherste Erkennungsmerkmal

Dunkler, fast schwarzer Körper

Orange-gelbe Hinterleibsspitze

Größe: Arbeiterinnen ca. 1,7–2,4 cm, Königinnen bis ca. 3 cm

Tagaktiv – im Gegensatz zur heimischen Hornisse

Verwechslungsgefahr:

Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist deutlich heller, rotbraun-gelb gemustert und streng geschützt.

Nester: Primär- und Sekundärnester

Die Asiatische Hornisse baut im Jahresverlauf zwei Nesttypen:

Primärnest (Frühjahr)

Handballgroß
Oft in Schuppen, Gartenhütten oder Hecken
Wird von der Königin allein gegründet

Sekundärnest (Sommer/Herbst)

Groß, kugel- bis birnenförmig
Häufig hoch in Baumkronen (10–30 m)
Bis zu 1 Meter Höhe und mehrere Tausend Tiere möglich

Wichtig:
Nester niemals selbst entfernen oder stören – die Tiere verteidigen ihr Nest, und die Entfernung gehört ausschließlich in die Hände geschulter Fachleute.

Sichtung melden – so geht’s

Auch wenn seit 2025 keine bundesweite Meldepflicht mehr besteht, sind freiwillige Meldungen weiterhin sehr wichtig, um die Ausbreitung zu dokumentieren und Imkereien zu schützen.

Bitte melden Sie:

Foto des Tieres oder Nestes
Ort (Adresse oder GPS), Datum, Anzahl der Tiere
Beschreibung des Verhaltens (z. B. Jagd vor dem Bienenstand)

Wo melden?

Je nach Bundesland:

Landesbehörden (z. B. LUBW in Baden-Württemberg)
Regionale Naturschutzbehörden

Hinweise speziell für Imker

Die Asiatische Hornisse jagt bevorzugt heimkehrende Sammlerinnen direkt vor dem Flugloch („Rüttelflug“). Ein einzelnes Volk kann im Laufe einer Saison große Mengen Insekten erbeuten.

Was Imker tun können:

Regelmäßig beobachten, ob Hornissen vor dem Flugloch patrouillieren
Sichtungen dokumentieren und melden
Flugloch verkleinern (je nach Situation)
Starke Völker fördern
Keine eigenständige Nestentfernung – immer Fachleute einschalten

Warum Meldungen wichtig sind

Meldungen helfen:

Fehlbestimmungen zu vermeiden
die Ausbreitung der Art zu überwachen
Imker frühzeitig zu informieren
regionale Managementmaßnahmen zu planen

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